Anwendungsbereich Wand

Außenwände mit Vorhangfassaden

Bei Außenwänden in Holzständer-, Holztafel-oder Holzrahmenbauweise kann die Gefachdämmung (Typ WH) gleichermaßen mit flexiblen Holzfaserdämmmatten oder Holzfaser Einblasdämmungen erfolgen wie bei den zuvor genannten Außenwänden mit WDVS-Fassade.

Abb. 42 Holzfaserdämmplatten als Gefachdämmung und Holzfaser-Unterdeckplatten als wasserableitende Schicht bei Außenwänden in Holzrahmenbauweise mit Vorhangfassaden

Abb. 43 Holzfaserdämmplatten als Fassadendämmung und Holzfaser-Unterdeckplatten als wasserableitende Schicht bei Außenwänden in Massivholzbauweise mit Vorhangfassaden

Abb. 44 Holzfaserdämmplatten als Fassadendämmung und Holzfaser-Unterdeckplatten als wasserableitende Schicht bei Außenwändenin Mauerwerksbauweise mit Vorhangfassaden

Während aber bei den Wärmedämmverbundsystemen der dauerhafte Wetterschutz durch das auf die Dämmplatte abgestimmte Putzsystem erfolgt, besteht der Wetterschutz bei Außenwänden mit Vorhangfassade aus der eigentlichen Fassade sowie der dahinter liegenden „wasserableitenden Schicht“. Die Fassade allein schützt zwar vor der direkten Bewitterung der Wandkonstruktion, sie ist aber nicht unbedingt regendicht. Die notwendige Funktion der „wasserableitenden Schicht“ kann sehr gut von vergüteten Holzfaser-Unterdeckplatten bzw. Holzfaserdämmelementen (Typ WAB) mit Unterdeckplatten-Funktion übernommen werden. Praktisch ergeben sich die gleichen bauphysikalischen Vorzüge wie bei der Anwendung auf dem Dach. Auch hier kann für die Tragkonstruktion aus Holzständern und Wandbausystemen aus massivem Holz oder Holzwerkstoffen die GK 0 erreicht werden. Die Anwendung von Holzfaser-Unterdeckplatten als „wasserableitende Schicht“ ist bei Wänden in Holzständer-, Holztafel-oder Holzrahmenbauweise mit Mauerwerkvorsatzschale ist in der DIN 68800-2 geregelt.

Als Vorhangfassaden kommen z. B. Bretterschalungen, Schiefer, Schindeln und Platten sowie andere kleinformatige Bekleidungen in Betracht – außerdem großformatige Fassadentafeln und hinterlüftete Putzträgerplatten sowie Blechbekleidungen u.a.

Abb. 45/46

Abb. 47 Gefachdämmung von Außenwänden mit Holzfaser-dämmplatten bzw. -dämmkeilen und Holzfaser-Unterdeckplatten bzw. -Dämmelementen als wasserableitende Schicht hinter der Vorhangfassade

Abb. 48

Am Beispiel des Regelquerschnittes (siehe Abb. 33) und eines Fensteranschlusses wird deutlich, dass sich mit Holzfaserdämmplatten bei der Fassadendämmung sehr günstige mittlere Bauteil-U-Werte erzielen lassen bei gleichzeitig wärmebrückenfreier Gebäudehülle.

Neben der Anwendung in der Holztafel-, Holzständer- und Holzrahmenbauweise kommen Holzfaserdämmplatten und Holzfaser-Unterdeckplatten auch als Fassadendämmung bei flächigen Wandbausystemen aus massiven Holz- und Holzwerkstoffelementen zum Einsatz. Dabei wird die Dicke der Dämmplatten den Erfordernissen des Wärmeschutzes angepasst und die Dämmschicht anschließend mit einer wasserableitenden Schicht aus Holzfaser-Unterdeckplatten abgedeckt. Die lastabtragende Befestigung erfolgt wie bei Aufsparrendämmungen über entsprechend dimensionierte Grundlatten, die mit bauaufsichtlich zugelassenen Holzbauschrauben befestigt werden.

Mit Fassadendämmungen auf Mauerwerkswänden erschließt sich dem Zimmererhandwerk ein weiteres interessantes Tätigkeitsfeld, vor allem, wenn anschließend Vorhangfassaden aus Holz angebracht werden.

Leichte Trennwände

Für diese Anwendung von Holzfaserdämmstoffen (Typ WTR) kommen alle hohlraumbildenden Trennwandsysteme mit Holz- oder Metallständerwerk in tragender oder nicht tragender Ausführung in Betracht. Als Beplankungsmaterial können alle bekannten Bauplatten wie z. B. Gips-, Gipsfaser- oder Holzwerkstoffplatten sowie zementgebundene Bauplatten verwendet werden. Herstellerabhängig stehen vorkonfektionierte flexible Holzfaserdämmplatten für besonders rationelle Verlegung im Rastermaß 62,5 cm zur Verfügung; Abhängig von der Art des Ständerwerkes und der Beplankung können leichte Trennwände mit bewerteten Schalldämmmaßen bis Rw = 61 dB nach DIN 4109-3 [16] und mit Feuerwiderstandsklassen bis F 90-AB [33] hergestellt werden.Mit allen Holzfaserdämmplatten können auch wärmedämmende Trennwände zwischen beheizten und nicht beheizten Räumen ausgeführt werden.

Abb. 49 Holzfaserdämmplatten als Hohlraumdämmung bei tragenden und nicht tragenden Trennwänden mit Holzständerwerk (links) oder Metallständerwerk (rechts)

Altbausanierung

Eine Sanierung von außen ist bei Außenwänden aus Gründen des Tauwasserschutzes und der Wärmebrückenvermeidung stets zu bevorzugen.

Sowohl Wände in Massiv- als auch in Holzbauweise können mit gedämmten Putz- oder Vorhangfassaden hinsichtlich Wärmeschutz, Hitzeschutz und Schallschutz erheblich verbessert werden. Dabei kommen die in den Abschnitten 4.4.1 und 4.4.2 vorgestellten Holzfaserdämmplatten sinngemäß zum Einsatz.

Vor Beginn einer Sanierung ist der Zustand der bestehenden Konstruktion bezüglich der statischen und bauphysikalischen Eignung stets sorgsam zu prüfen.

Abb. 50 Sanierung einer Außenwand aus Vollziegel-Mauerwerk mit Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem

Abb. 52 Sanierung einer Außenwand aus Vollziegel-Mauerwerk mit raumseitig angebrachten Holzfaserdämmplatten und Putzbeschichtung

Bei erhaltenswerten oder gar denkmalgeschützten Fassaden bietet die raumseitige Dämmung die einzige Möglichkeit zur energetischen Sanierung der Außenwände. Hierbei können zwei Konstruktionsprinzipien zur Anwendung kommen. Zum einen eine Vorsatzschale mit flexiblen Holzfaserdämmmatten als Gefachdämmung und einer dampfbremsenden Ebene mit raumseitiger Beplankung. Zum anderen eine direkt auf die Außenwand montierte und vollflächig verklebte druckfeste Holzfaserdämmplatte mit raumseitiger kapillaraktiver Putzschicht. Hierzu bieten die Hersteller abgestimmte Systemlösungen mit den erforderlichen Nachweisen.

[16]DIN 4109-33:2016-07 Schallschutz im Hochbau – Teil 33: Daten für die rechnerischen Nachweise des Schallschutzes (Bauteilkatalog) – Holz-, Leicht- und Trockenbau
[32]PAVATEX-Wärmebrückenkatalog 2
[33]z. B. XELLA-Trockenbau GmbH, abP 3365/2559 MPA-BS