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Anschlüsse und Fugen

Sockelbereich

Im Bereich des Sockels ist auf einen sauber detailierten Übergang von der z. T. erdberührenden Perimeterdämmung zum Holzfaser-WDVS zu achten. Zwischen Sockelschiene und Perimeterdämmung wird üblicherweise ein Fugendichtband angeordnet. Die Fuge muss mindestens 150 mm über der endgültigen Oberkante des Geländes liegen, wobei unmittelbar am Gebäude ein mindestens 200mm breiter Kiesstreifen anzuordnen ist. Bei unklarem endgültigem Geländeverlauf ist das Maß auf 300mm zu vergrößern.

Abb. 102 Sockelbereich mit Perimeterdämmung

Abb. 103 Sockelbereich mit Perimeterdämmung

Die mit einem Sockelputz versehene Perimeterdämmung schützt die hölzernen Schwellen vor einer möglichen Durchfeuchtung durch Niederschläge, insbesondere vor Spritzwasser.

Sofern der Spritzwasserschutz auf andere Weise sicher gestellt wird, z. B. durch Anordnung einer geeigneten Folienschürze zwischen Holzfaser-WDVS und Unterkonstruktion oder durch erwendung geeigneter Abdichtungs-materialien auf der Oberseite des WDVS, darf der Abstand der Fuge von der endgültigen Oberkante des Geländes auf 50 mm reduziert werden.

Fensteranschluss

Im Fensterbereich ist besonderes Augenmerk auf den konstruktiv richtigen Anschluss des Leibungsbereiches an den Fensterrahmen und den Fensterbankabschluss zu richten. Dabei ist immer eine konstruktiv robuste Wasserführung in das Bankprofil hinein anzustreben. Neben der Anschlusstechnik ist dies planerisch auch bei Einsatz von Rolladen-Führungsschienen zu beachten. Zunächst ist bei der Fensterbankmontage eine ausreichende Tiefe des Bankprofils vorzusehen. Inklusive Putzbeschichtung sollte ein Überstand des Profils von mindestens 30 bis 40 mm sichergestellt sein. Eine dauerhaft verformungsarme Befestigung mit ausreichender Neigung des Bankprofils zur Ableitung des Niederschlagwassers sollte selbstverständlich sein.

Abb. 104 Fensterbankanschluss

Abb. 105 Anschluss vorgesetzter Rollladenkasten

Die Ausbildung einer Feuchte abweisenden Wanne unter dem Bankprofil, z. B. mit diffusionsoffener Folie oder diffusionsfähiger Streichdichtung, unterstützt die dauerhafte Dichtigkeit gerade im kritischen hinteren Bank-Eckbereich.

Grundsätzlich sind nur für WDVS geeignete Bordabschlussprofile einzusetzen. Diese sollten thermisch bedingte Längenänderungen des Bankprofils aufnehmen können und einen ausreichend breiten oberen Schenkel für das Anbringen des Fugendichtbandes aufweisen (mindestens 15 mm). Überwiegend weisen diese Profile zusätzlich eine Lippendichtung zum Bankprofil auf.

Für die Fugenausbildung sind Fugendichtbänder der Beanspruchungsgruppe BG 2 gemäß DIN 18542 [72] einzusetzen. PU-Ortschäume oder Silikondichtmassen sind nicht geeignet.

Das Fugendichtband wird in der Regel auf den glatten Anschlussflächen (Fensterrahmen, Bordabschlussprofil, Fensterbank) durch Kleben fixiert. Nach dem Zusammenführen der Bauteile mit dem WDVS dekomprimieren die Fugendichtbänder und verschließen somit dauerhaft die Fugen. Die Leibungsplatte sollte mit einem Versatz von ca. 7 bis 8 mm zur vorderen Kante des Bordprofils angeordnet werden, damit mit der Putzbeschichtung ein sauberer Abschluss geschaffen werden kann. Bei vorgesetzten Rollladenkästen ist eine saubere Detaillösung des schlagregendichten Anschlusses zu planen und auszuführen.

Türanschluss

Bei ebenerdigen Austritten liegen die Schwellen der Wandelemente üblicherweise unterhalb der endgültigen Oberkante des Geländes. Um einen Spritzwasserschutz zu erreichen, muss die Spritzwasserebene abgesenkt werden. Dies geschieht durch ein mindestens 200mm breites umlaufendes Kiesbett, dessen endgültige Oberkante (bei Berücksichtigung möglicher künftiger Ablagerungen) mindestens 150mm unterhalb der Unterkante der Schwelle liegt.

Der oberhalb des Kiesbetts angeordnete Gitterrost kann z.B. über Konsolen aufgelagert werden.

Abb. 106 ebenerdiger Austritt Terrassentür

Das Kiesbett ist regelmäßig von Laubablagerungen zu reinigen.

Durchdringungen

Im Bereich von Durchdringungen sind die Holzfaserdämmplatten an die durchdringenden Bauteile mittels Fugenbändern anzuschließen. Die Putzschichten sind mittels Kellenschnitt zu trennen.

Abb. 107 Durchgang Sparren

Für Rauchrohrdurchdringungen sind in Wänden aus brennbaren Materialien gemäß der Musterfeuerungsverordnung [75] und der DIN V 18160-1 [76] in einem Abstand von mehr als 200 mm vom durchdringenden Bauteil nichtbrennbare, formbeständige Baustoffe geringer Wärmeleitfähigkeit anzuordnen. Alternativ kann um das Rauchrohr ein nicht brennbares und formbeständiges Schutzrohr angeordnet werden, das umlaufend einen Abstand von 200mm zum Rauchrohr aufweist.

Fugen im Bereich des Geschossstoßes

Alle WDVS, auch Holzfaser-WDVS, sind empfindlich gegenüber größeren Vertikalverformungen der Unterkonstruktion, wie sie infolge von elastischen Verformungen, Setzungen und Schwindverformungen der Unterkonstruktion, insbesondere im Bereich der horizontalen Geschossstöße im Holzbau, auftreten können. Große Vertikalverformungen führen zu so genannten Quetschfalten.

Große Vertikalverformungen können bei sorgfältiger Planung und Ausführung mit einfachen Mitteln vermieden werden.

Abb. 108 Prinzip Geschossstoß für aufgelegte Decken

Im horizontalen Geschossstoß von Holzbauten werden in die Wand einbindende Deckenbalken, Kopfhölzer und Fußschwellen übereinander angeordnet. Dieses senkrecht zur Faser beanspruchte Paket von Holzbauteilen kann je nach Gebäudeabmessungen und Konstruktion eine Höhe von 300 bis 350mm besitzen.

Geht man davon aus, dass alle Bauteile aus Vollholz ausgeführt und dass alle Vollhölzer gemäß VOB ATV DIN 18334 [73] mit einer Holzfeuchte von etwa 18% eingebaut werden, so ergibt sich bei Ansatz eines rechnerischen Schwindmaßes von 0,25% pro % Holzfeuchteänderung alleine aus der Nachtrocknung auf angenommene 10% Ausgleichsfeuchte ein rechnerisches Schwindmaß von 7mm.

Zu dieser Schwindung aus Nachtrocknung kommen bei voller Querdruckbeanspruchung lastabhängige Verformungen von cirka 2mm hinzu.

Weitere lastabhängige Verformungen sind infolge nicht ebener Auflagerung von Wandscheiben oder bei Verschmutzungen oder überstehenden Verbindungsmitteln unterhalb der Rähme zu erwarten, da sich diese mit der Zeit in das Holz hineindrücken.

  • Zur Reduzierung dieser für ein WDVS unzuträglichen Verformungen sind im Geschossstoß entweder Randbohlen aus schwindarmen und trockenen Holzwerkstoffen (z. B. Furnierschichtholz oder OSB-Platten) vorzusehen oder aber es muss das Schwindpotential der einbindenden Deckenbalken durch neben die Balken angeordnete Stellhölzer mit lotrechter Faserrichtung kompensiert werden.
  • Durchlaufende Randbohlen reduzieren zugleich die lastabhängigen Querdruckverformungen. Ohne durchlaufende Randbohlen können Querdruckverformungen durch Vergrößerung der Auflager- bzw. Aufstandsflächen reduziert werden.
  • Nachträgliche Setzungen durch unebene Auflagerung, Verschmutzungen oder überstehende Verbindungsmittel sind durch organisatorische Maßnahmen während der Montage leicht zu vermeiden.
  • Beim Zusammenbau der Bauteile ist zudem auf druck- und zugfeste Ausbildung der Anschlüsse zu achten, damit keine Setzungen infolge ungewollter Verschiebungen der Bauteile auftreten können.

Für das WDVS bietet es sich an, sogenannte Geschossbinden oder Passstücke nachträglich passgenau über dem Anschlussbereich anzuordnen. Fugen sind in diesem Bereich zu vermeiden. Hierbei ist im Besonderen darauf zu achten, dass druckfestes Fugenmaterial nur bei Einbringung über die gesamte Dämmstofftiefe wirksam werden kann.

Dehnfugen

Bauwerksbedingte Dehnfugen (z. B. Bauteilanschlüsse oder Materialwechsel zwischen Geschossen) sind auch durch das Holzfaser-WDVS hindurch auszubilden.

Die Fugen sind im Bereich des Holzfaser-WDVS schlagregendicht auszubilden.

Hierzu sind in der Fläche Dehnfugenprofile und bei Bauteilanschlüssen geeignete vorkomprimierte Fugendichtbänder der Beanspruchungsgruppe BG2 nach DIN 18542 zu verwenden.

Abb. 109 Dehnfuge zwischen mineralischer Konstruktion und Holzbaukonstruktion

[72]DIN 18542: 1991-01 Abdichten von Außenwandfugen mit imprägnierten Dichtungsbändern aus Schaumkunststoff – Imprägnierte Dichtungsbänder – Anforderungen und Prüfung
[73]DIN 18334: 2006-10 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Zimmer- und Holzbauarbeiten
[75]Muster-Feuerungsverordnung (MFeuV) Stand: September 2007
[76]DIN V 18160-1: 2006-01 Abgasanlagen – Teil 1: Planung und Ausführung mit DIN V 18160-1 Beiblatt 1 Abgasanlagen – Teil 1: Planung und Ausführung; Nationale Ergänzung zur Anwendung von Metall-Abgasanlagen nach DIN EN 1856-1, von Innenrohren und Verbindungsstücken nach DIN EN 1856-2, der Zulässigkeit von Werkstoffen und der Korrosionswiderstandsklassen