Anstriche

Ein Anstrich verbessert das Erscheinungsbild, den Wetterschutz, verzögert den witterungsbedingten Substanzverlust der Putzoberfläche und kann die Verschmutzungsanfälligkeit durch eine Reduzierung der Oberflächenporigkeit vermindern.

Ein funktionstüchtiger Anstrich muss bei mineralischen Putzsystemen in einem zweifachen Auftrag erfolgen.

Silikonharzputze müssen nicht übergestrichen werden. Grundsätzlich stellt jedoch ein Anstrich einen zusätzlichen Schutz der Fassade dar. Der Einsatz von biozid ausgerüsteten Anstrichmitteln kann sinnvoll sein, wenn aufgrund der Ausrichtung oder Lage des Gebäudes (z. B. Lage am Waldrand oder starke Bewitterung einzelner Gebäudeteile) eine erhöhte Verschmutzungsgefahr durch Algen- und /oder Pilzbefall gegeben ist.

Bei einer Farbgebung nur über den Anstrich ist zu bedenken, dass ein Abplatzen einzelner Putzkörner optisch wahrnehmbar ist. Insbesondere bei mechanisch beanspruchten Flächen (z. B. Eingangsbereich) sollte daher ein eingefärbter Oberputz eingesetzt werden.

Da Holzfaser-WDVS i.d.R. Bestandteil diffusionsoffener Wandaufbauten sind, ist bei allen Anstrichen auf den Diffusionswiderstand des Anstrichs zu achten, um Feuchteschäden im Bauteil zu vermeiden. Die Hersteller benennen geeignete Anstrichsysteme und geben erforderlichenfalls die äquivalente „Luftschichtdicke sd der Anstrichsysteme vor. Grundsätzliche Informationen zur Auswahl geeigneter Egalisationsanstriche enthält z. B. [52].

Bei Fassadenanstrichen auf Holzfaser-WDVS sollten die schon in Abschnitt 2.4.3 genannten Hellbezugswerte nicht unterschritten werden.

[52]BFS-Merkblatt Nr. 9 „Beschichtungen auf mineralischem Außenputz“ Hrsg. Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz, Frankfurt am Main“