Befestigung

Allgemeines

Die für das jeweilige System zulässigen Verbindungsmittel werden in der Zulassung des Holzfaser-WDVS benannt. Die aus Gründen der Standsicherheit einzubauende Mindestanzahl der Befestigungsmittel sowie die geometrische Anordnung ist den Verarbeitungshinweisen der Systemanbieter zu entnehmen. Sie wird anhand der Gebäudehöhe/Windlast bzw.Platzierung (Fläche/Randbereich) definiert.

Werden die Holzfaserdämmplatten in zwei Lagen aufgebracht, so kann die erste Lage mit einer reduzierten Anzahl von Befestigungsmittel fixiert werden. Die statisch tragende Befestigung beider Plattenlagen erfolgt durch die Decklage hindurch.

Alle Verbindungsmittel, die unmittelbaren Kontakt mit Putzkomponenten haben, müssen aus nichtrostendem Stahl bestehen, um Roststellen zu vermeiden.

Auf hölzernen Untergründen

Im Holzbau werden Holzfaser-WDVS überwiegend direkt auf der Holzkonstruktion montiert. Zur Befestigung können, Breitrückenklammern, Tellerbefestiger oder Spezialschrauben verwendet werden.

In den meisten Fällen werden aus Zeit- und Kostengründen Breitrückenklammern eingesetzt. Diese werden mit pneumatisch betriebenen Klammergeräten eingetrieben. Alternativ und in Abhängigkeit der Dämmstoffstärke werden Tellerbefestiger oder Spezialschrauben eingesetzt.

Tellerbefestiger und Spezialschrauben sind so konzipiert, dass sie die Wärmeausleitung aus dem Gebäudeinneren reduzieren. Die Spezialschrauben besitzen zudem einen vergleichsweise kleinen Schraubenkopf, womit die Gefahr von späteren Dübelabzeichnungen reduziert wird.

Die folgende Tabelle enthält beispielhaft eine Übersicht über die erforderlichen Parameter. Weitergehende Informationen für die Anordnung der Befestigungsmittel können den Systemdokumentationen entnommen werden.

Abb. 123 Beispielhafte Anzahl, Eindring- bzw. Einschraubtiefe in der hölzernen Tragstruktur und maximaler Abstand von systemkonformen Breitrückenklammern, Tellerbefestigern und Spezialschrauben.

Die Verankerungstiefen und Randabstände der Verbindungsmittel sind in den Zulassungen der Holzfaser-WDVS zu entnehmen. Tabelle 1 enthält eine beispielhafte Übersicht über die üblicherweise erforderlichen Parameter.

Auf mineralischen Untergründen

Auf flächigen mineralischen Untergründen wie Mauerwerk und Beton können Holzfaser-WDVS mit einem i.d.R. mineralischen Mörtel zunächst mit dem Untergrund verklebt und anschließend mit Tellerdübeln verdübelt werden.

Die Verklebung gleicht leichte Unebenheiten im Untergrund aus. Mit dem sogenannten Punkt-Wulst-Verfahren (siehe Abb. 83) wird eine Hinterlüftung des Dämmstoffs und somit ein konvektiver Feuchteeintrag vermieden. Eine vollflächige Verklebung ist ebenfalls zulässig. In jedem Fall sind mindestens 40 % der Plattenfläche mit dem Untergrund zu verkleben

Nach dem Abbinden des Klebers wird das Holzfaser-WDVS mit Tellerdübeln befestigt. In der Regel handelt es sich um Spreizdübel, die einen Dübelteller mit etwa 60 mm Durchmesser haben. Die Tellerdübel müssen oberflächenbündig eingebaut werden (siehe Abb. 85). In seltenen Fällen werden die Teller versenkt und mit einem Holzfaserrondell oberflächenbündig abgedeckt.

Eine zweite Möglichkeit der Befestigung von Holzfaser-WDVS auf mineralischen Untergründen besteht darin, zunächst vertikale Hölzer auf den mineralischen Untergrund aufzudübeln und die Zwischenräume zwischen den Hölzern zu dämmen. Danach werden Holzfaserdämmplatten mittels Klammern befestigt. Die weitere Verarbeitung erfolgt dann analog zur Verarbeitung auf Untergründen des Holzbaus.

Abb. 89 Befestigung eines Holzfaser-WDVS auf einem mineralischen Untergrund mittels aufgedübelter vertikaler Kanthölzer kombiniert mit Einblasdämmung