Holzfaserdämmplatten

Anwendungstyp und Kennzeichnung

Für Holzfaser-WDVS werden im Nass- oder Trockenverfahren hergestellte, hydrophobierte Holzfaserdämmplatten gemäß harmonisierter europäischer Produktnorm DIN EN 13171 [49] verwendet. Die Platten müssen mit dem CE-Kennzeichen gemäß DIN EN 13171 gekennzeichnet sein (siehe Abbildung 6, oben) und den Anforderungen gemäß der Systemzulassung entsprechen. Die Übereinstimmung mit der Systemzulassung ist an dem Übereinstimmungszeichen des Holzfaser-WDVS (siehe Abb. 6, unten rechts) zu erkennen. In der Regel erfüllen diese Platten die Anforderungen des Anwendungstyps WAP gemäß DIN 4108-10 [51] – WAP = Außendämmung der Wand unter Putz.

Auf den Holzfaserdämmplatten finden sich auf der Oberfläche Stempelungen, die eine exakte Zuordnung zum Systemgeber ermöglichen.

Die Hersteller bestätigen zudem die wesentlichen Eigenschaften der Holzfaserdämmstoffe in Form einer sogenannten Leistungserklärung (Declaration of Performance = DoP). Für national geregelte Holzfaser-WDVS kann es dagegen keine DoP geben.

Weitere Hinweise zu den Produkteigenschaften und der CE-Kennzeichnung der Holzfaserdämmplatten enthält [44].

Abb. 128 Muster eines Beipackzettels für Holzfaserdämmplatten zur Verwendung in einem Holzfaser-WDVS

Plattenmaße

Für die Verwendung in Holzfaser-WDVS werden, je nach gewünschtem Wärmedurchgangskoeffizienten der Wand, Holzfaserdämmplatten mit Gesamtdicken zwischen

40 mm und 300 mm verwendet. Im Holzrahmenbau kommen i.d.R. Dicken bis ca. 100 mm zum Einsatz. Für die kleinflächige Überdämmung von Anschlussbereichen, wie z. B. Leibungen, dürfen die Dämmdicken unterschritten werden.

Im Nassverfahren hergestellte Holzfaserdämmplatten für die Verwendung in WDVS werden ohne Zugabe von Bindemitteln in Dicken von üblicherweise 20 mm produziert und mittels feuchtebeständiger Klebstoffe zu dickeren Holzfaserdämmplatten verklebt. Der mehrlagige Aufbau erlaubt die Kombination von Holzfaserdämmplatten unterschiedlicher Eigenschaften, z. B. von Platten unterschiedlicher Rohdichte.

Im Trockenverfahren hergestellte Holzfaserdämmplatten für die Verwendung in WDVS werden unter Zugabe von formaldehydfreien Bindemitteln in einem Arbeitsgang in Dicken bis zu 300 mm hergestellt. Eine Verklebung mehrerer Lagen kann daher entfallen. Es können sowohl Platten mit einem über die Plattendicke deutlich ausgeprägten Rohdichteprofil als auch Platten mit über die Dicke gleichförmigen Eigenschaften hergestellt werden.

Üblicherweise werden kleinformatige Platten mit Kantenprofilierung für die örtliche Montage eingesetzt. Für industrielle Anwendungen stehen großformatige Platten zur Verfügung, die z. B. geschosshohe Beplankungen ohne Horizontalstoß erlauben.

Je nach System können die Holzfaserdämmplatten kantenprofiliert (Nut und Feder) sein.

Hydrophobierung und Holzschutz

Die in WDVS verwendeten Holzfaserfaserdämmplatten sind hydrophobiert. Eine Behandlung mit vorbeugenden chemischen Holzschutzmitteln ist nicht erforderlich.

Wärmeleitfähigkeit und andere Eigenschaften

Die Wärmeleitfähigkeit sowie die Festigkeit und Steifigkeit der Holzfaserdämmplatten hängt im Wesentlichen von der Rohdichte der Platten ab. Alle Werte steigen mit der Rohdichte an.

Bei Holzfaser-WDVS auf Holzständerwänden werden tendenziell eher Platten mit höherer Rohdichte und damit besseren Festigkeitswerten, aber etwas höheren Wärmeleitfähigkeiten eingesetzt.

In Holzfaser-WDVS verwendete Holzfaserdämmplatten haben Rohdichten von 110 kg/m³ bis 265 kg/m³ bei Bemessungswerten der Wärmeleitfähigkeit von 0,039 W/(m∙K) bis 0,050 W/(m∙K).

Holzfaserdämmplatten sind diffusionsoffen und können Feuchte puffern und wieder abgeben. Mit Holzfaser-WDVS können daher robuste, diffusionsoffeneWandaufbauten ausgeführt werden, die sich mittlerweile seit Jahrzehnten bewährt haben.

[44]Förster, F. (2017): „Holzfaserdämmstoffe“, INFORMATIONSDIENST HOLZ – holzbau handbuch, Reihe 4, Teil 5, Folge 2, Informationsverein Holz, Berlin
[06]DIN EN 13171:2012+A1:2015 „Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF-Spezifikation)“
[51]DIN 4108-10: 2015-12 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 10: Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe – Werkmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe“