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Holzfaserdämmplatten

Anwendungstypen und Kennzeichnung

Für Holzfaser-WDVS werden im Nass- oder Trockenverfahren hergestellte, hydrophobierte Holzfaserdämmplatten gemäß harmonisierter europäischer Produktnorm DIN EN 13171 [01] verwendet. Die Platten müssen mit dem CE-Kennzeichen gekennzeichnet sein und dem Anwendungstyp WAP gemäß DIN 4108-10 [02] entsprechen. Der Anwendungstyp WAP steht für „Außendämmung der Wand unter Putz“. Es handelt sich um Holzfaserdämmplatten, deren Eigenschaften und Anwendung in der jeweiligen Systemzulassung geregelt sind. Mindestwerte der Platteneigenschaften gemäß DIN EN 13171 sind also der jeweiligen Zulassung zu entnehmen.

Die Holzfaserdämmplatten und/oder die zugehörigen Beipackzettel müssen mit einem CE-Zeichen gemäß DIN EN 13171 und, sofern die Wärmeleitfähigkeit im Rahmen einer Zulassung der Fremdüberwachung unterworfen sind einem ergänzenden Übereinstimmungszeichen gemäß Zulassung Z-23.15-XXXX (XXXX steht für die jeweilige Zulassungsnummer des Dämmstoffherstellers) gekennzeichnet werden. Zudem müssen alle Systemkomponenten und/oder die zugehörigen Beipackzettel mit dem Übereinstimmungszeichen gemäß der Zulassung Z-33.XX-XXXX für das Holzfaser-WDVS gekennzeichnet sein. Ab dem 01.07.2013 werden die Hersteller zudem die wesentlichen Eigenschaften in Form einer sogenannten Leistungsklärung (Declaration of perfomance = DoP) bestätigen. Weitere Hinweise zu den Produkteigenschaften und der CE-Kennzeichnung der Holzfaserdämmplatten siehe den gleichnamigen Abschnitt dieser Homepage. Bei Holzfaserdämmplatten, die nicht auf beiden Seiten verputzt werden können, ist die putzfähige Seite kenntlich gemacht.

Abb. 49 Muster eines Beipackzettels für Holzfaserdämmplatten zur Verwendung in einem Holzfaser-WDVS

Plattenmaße

Für die Verwendung in Holzfaser-WDVS werden, je nach gewünschtem Wärmedurchgangskoeffizienten der Wand, Holzfaserdämmplatten mit Gesamtdicken zwischen 40 mm und 300 mm verwendet. Im Holzrahmenbau kommen i.d.R. Dicken bis ca. 120 mm zum Einsatz. Für die kleinflächige Überdämmung von Anschlussbereichen, wie z. B. Leibungen, kann die Dicke auf 20mm reduziert werden.

Im Nassverfahren hergestellte Holzfaserdämmplatten für die Verwendung in WDVS werden ohne Zugabe von Bindemitteln in Dicken von üblicherweise 20 mm produziert und mittels feuchtebeständiger Klebstoffe zu dickeren Holzfaserdämmplatten verklebt. Der mehrlagige Aufbau erlaubt die Kombination von Holzfaserdämmplatten unterschiedlicher Eigenschaften, z. B. von Platten unterschiedlicher Rohdichte.

Im Trockenverfahren hergestellte Holzfaserdämmplatten für die Verwendung in WDVS werden unter Zugabe von formaldehydfreien Bindemitteln in einem Arbeitsgang in Dicken bis zu 300 mm hergestellt. Eine Verklebung mehrerer Lagen kann daher entfallen. Es können sowohl Platten mit einem über die Plattendicke deutlich ausgeprägten Rohdichteprofil als auch Platten mit über die Dicke gleichförmigen Eigenschaften hergestellt werden.

Üblicherweise werden kleinformatige Platten, z. B. Platten mit Abmessungen von 600 mm x 1.300 mm, eingesetzt. Für industrielle Anwendungen stehen großformatige Platten zur Verfügung, die z. B. geschosshohe Beplankungen ohne Horizontalstoß erlauben.

Je nach System können die Holzfaserdämmplatten kantenprofiliert (Nut und Feder) sein.

Hydrophobierung und Holzschutz

Die in WDVS verwendeten Holzfaserfaserdämmplatten sind hydrophobiert. Eine Behandlung mit vorbeugenden chemischen Holzschutzmitteln ist nicht erforderlich.

Wärmeleitfähigkeit und andere Eigenschaften

Die Wärmeleitfähigkeit sowie die Festigkeit und Steifigkeit der Holzfaserdämmplatten hängt im Wesentlichen von der Rohdichte der Platten ab. Alle Werte steigen mit der Rohdichte an.

Bei Holzfaser-WDVS auf Holzständerwänden werden tendenziell eher Platten mit höherer Rohdichte und damit besseren Festigkeitswerten, aber etwas höheren Wärmeleitfähigkeiten eingesetzt.

In Holzfaser-WDVS verwendete Holzfaserdämmplatten haben Rohdichten von 120 kg/m³ bis 250 kg/m³ bei Bemessungswerten der Wärmeleitfähigkeit von 0,040 W/(mK) bis 0,052 W/(mK).

Holzfaserdämmplatten sind diffusionsoffen und können Feuchte puffern und wieder abgeben. Mit Holzfaser-WDVS können daher robuste und diffusionsoffene Wandaufbauten ausgeführt werden, die sich mittlerweile seit Jahrzehnten bewährt haben.

[01]DIN EN13171:2013-03 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF)
[02]DIN 4108-10:2008-06 Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe