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Putz

Allgemeines

Die verwendeten diffusionsoffenen Putzsysteme sind speziell auf die Verwendung in Holzfaser-WDVS abgestimmt.

Abb. 90 Beispiel der Kennzeichnung von Putzkomponenten

Unterputz und Armierungsgewebe

Nach der Montage der Holzfaserdämmplatten wird ein Unterputz, auch Armierungsputz, Armierungsschicht oder Spachtelschicht genannt, in einer zulassungabhängigen Schichtstärke zwischen 4 und 8 mm aufgetragen. Es handelt sich um mineralisch gebundene Werktrockenmörtel auf Kalk-Zementbasis. Dem Unterputz können organische oder anorganische Bestandteile zugesetzt werden. Manche Anbieter schreiben eine zusätzliche Kratzspachtelung vor, um die erforderlichen Schichtstärken einzuhalten und den Verbund mit der Holzfaserdämmplattenoberfläche zu verbessern.

In das äußere Drittel der Schichtdicke des Unterputzes wird das aus kunststoffummanteltem Glasfasergewebe gefertigte Armierungsgewebe eingebettet. Stöße des Gewebes sind mindestens 100 mm zu überlappen.

Der Unterputz ist u. a. Bestandteil des Wetterschutzes der Holzfaserdämmplatten und schützt die Platten vor mechanischen Einflüssen.

Auf dem Unterputz sollte, insbesondere nach längerer Standzeit, eine Grundierung als Haftvermittler und/oder Aufbrennverhinderer, aufgetragen werden.

Oberputz

Der Oberputz komplettiert den Wetterschutz. Darüber hinaus ist der Oberputz ein gestalterisches Element. Oberputze können bereits werksseitig farblich nach Kundenwunsch abgetönt werden. Durch Körnungen werden unter schiedliche Oberflächenstrukturen ermöglicht. Die Putze können mit Wirkstoffen gegen Algen bzw. Schimmelpilze ausgestattet werden.

Für den Oberputz kommen mineralische Putze, Silikatputze oder Silikonharzputze zum Einsatz.

Silikonharzputze werden in Gebinden verarbeitungsfertig angeliefert und sind wassserabweisender als unbeschichtete mineralische Oberputze. Während mineralische Oberputze ausschließlich mit hellen Farbtönen möglich sind, können Silikonharzputze mit dunkleren Farbtönen ausgeführt werden.

Mineralische Putze besitzen eine höhere Sorptionsfähigkeit und sind diffusionsoffener. Mit dem notwendigen Egalisationsanstrich wird dennoch ein guter Wetterschutz erreicht. Je nach Zuschlagstoffen wird von einem mineralischen Putz oder von einem Mineralleichtputz gesprochen. Dem Mineralleichtputz sind leichte Zuschlagstoffe zugegeben, die die Verarbeitbarkeit und die Einhaltung der erforderlichen Schichtstärke erleichtern. Mineralische Putze sind weitestgehend frei von Erdölprodukten. Die besonders im Denkmalschutz häufig eingesetzten Silikatputze besitzen Eigenschaften, die zwischen denen der mineralischen Putze und der Silikonharzputze liegen.

Oberputze gibt es in verschiedenen Strukturen. Man unterscheidet zwischen Kratzputzen und Rillenputzen mit Korngrößen von 1 bis 4 mm. Daneben werden sogenannte Fein- oder Modellierputze angeboten.

Grundsätzlich können die Putze auf Kundenwunsch werksseitig eingefärbt werden.

Es ist jedoch zu beachten, dass dunkle Farbtöne aufgrund der größeren Aufheizung im Sommer zu höheren thermischen Spannungen in der Fassade führen und gegenüber UV-Strahlung weniger stabil sind. Deshalb empfehlen die meisten Putzhersteller auch für Putze auf anderen Dämmstoffen Hellbezugswerte über 20. Die Anwendung von Putzen mit niedrigeren Hellbezugswerten ist in jedem Fall mit dem Systemanbieter abzustimmen.

Der Hellbezugswert kennzeichnet die relative Helligkeit der Farbe einer Oberfläche und ist ein Maß für die Farbintensität. Ein Hellbezugswert von 100 steht für eine weiße, ein Hellbezugswert von 0 für eine schwarze Oberfläche. Der Hellbezugswert gefärbter Putze und von Egalisationsanstrichen wird vom Anbieter des Holzfaser-WDVS benannt.