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Verarbeitung und Montage der Platten
Allgemeines
Bei Feuchteeinwirkungen können Verunreinigungen auf den Platten durch Ablauf zu Schmutzablagerung auf fertigen Bauteiloberflächen führen.
Die üblichen Sicherheitsvorschriften für die Bearbeitung von Holzwerkstoffen sind zu beachten. Plattenreste können gemäß Abfallschlüssel EAK 030105 entsorgt werden.
Vor der Plattenmontage ist der Untergrund hinsichtlich der Planebenheit, Sauberkeit und vorhandener Materialfeuchte der Unterkonstruktion zu prüfen.
Bei mineralischen Untergründen muss der Untergrund augenscheinlich trocken sein, bei Holzhäusern darf die Holzfeuchte der tragenden Holzbauteile 18% nicht überschreiten.
Bei Holzrahmenbauten ist auf eine ausreichende Breite der Holzständer zu achten, damit die Befestigungsmittel mit ausreichendem Randabstand eingebracht werden können. In der Regel werden Nut-/Feder-Platten endlos mit schwebendem Stoß verarbeitet. Hier ist die Mindestholzbreite mit 45mm bei Einsatz von Breitrückenklammern ausreichend, da die Platten nicht auf den Stielen gestoßen werden und somit eine Klammerreihe zur Befestigung ausreicht. Platten mit nicht profilierten Plattenrändern müssen dagegen auf den Stielen gestoßen werden, die daher je nach Zulassung mindestens 50 bis 60mm breit sein müssen.
Tellerbefestiger können nur bei Holzbreiten ≥60mm eingesetzt werden.
Bei Holzrahmenkonstruktionen ist das maximale Achsmaß der Gefache zu prüfen. Je nach Plattenformat und Stärke sind hier unterschiedliche Angaben der Hersteller möglich. Auf jeden Fall muss die einzelne Platte auf mindestens zwei Holzständern befestigt werden können.
Je nach Hersteller weisen die Platten entweder eine oder zwei beschichtbare Seiten auf. Auf die korrekte Anordnung der Platten ist zu achten.
Sowohl bei der Montage auf Holzrahmen als auch bei flächigen Untergründen ist eine Hinterlüftung der Systemebene sicher zu vermeiden, damit die Platten nicht aufgrund unterschiedlicher Feuchten an den beiden Oberflächen schüsseln. Dies könnte zu Verformungs- und Abzeichnungsproblemen führen und die Dichtheit des WDVS sowie in der Folge die Dämmwirkung herabsetzen.
Die Platten müssen in trockenem Zustand verarbeitet werden, bei leichten Beschädigungen der Plattenenden ist loses Fasermaterial vor dem Zusammenfügen der Platten zu entfernen, um dichte Stöße zu gewährleisten.
Zwischen den Plattenreihen ist ein systemdefinierter Versatz der vertikalen Plattenstöße von 200 bis 300mm vorzusehen, Kreuzfugen sind unzulässig. In Eckbereichen von Öffnungen ist darauf zu achten, dass die Platten zwecks Kraftumleitung ausgeschnitten und um die Ecke herumgeführt werden, also keine T-Stöße entstehen.
Abb. 119 Verlegung von Holzfaserdämmplatten
Alle Plattenstöße sind dicht auszuführen. Fugen ab 2 mm sind mit einem systemspezifizierten Fugenfüllmaterial (Faserdämmstoff oder spezielles Fugendichtmaterial) nachzuarbeiten.
Horizontale Stirnseiten der Platten, z. B. bei Fensterbrüstungen, sind durch geeignete Maßnahmen während der Bauphase vor Bewitterung zu schützen. Im Endzustand sind horizontale Fugen durch geeignete Maßnahmen wie Z-Profile abzudecken.
Produktionsbedingte Dickentoleranzen können bei Plattenstößen zu leichten Versätzen führen, diese sind spätestens vor dem Putzauftrag durch Beischleifen zu egalisieren.
Den technischen Dokumentationen der Hersteller ist der empfohlene maximale Freibewitterungszeitraum (herstellerabhängig bis zwei Monate) der Platten zu entnehmen. Ein kurzer Freibewitterungszeitraum ist selbstverständlich immer empfehlenswert.
Montage des unteren Systemabschlusses
In der Regel beginnt die Plattenmontage mit dem Setzen einer Aluminium-Sockelschiene. Dieser untere Abschluss des Systems verhindert aufsteigende Feuchtigkeit über die Plattenstirnseite. Alternativ bieten einige Hersteller die Verwendung von Sockelkantenprofilen mit einem geschlossenen unteren Kunststoffschenkel an, der nachträglich bei den Putzarbeiten mit angebracht werden kann. In diesem Fall sind Montageschenkel oder eine temporäre Ausrichtungshilfe für die erste Plattenreihe vorzusehen.
Plattenmontage für Holzbauten
Platten mit stumpfer Kante werden hochkant verarbeitet und, sowohl bei Montage auf Beplankungen oder Bekleidungen als auch bei einer direkten Montage auf den Holzständern, auf den Holzständern mittig und dicht gestoßen. Die horizontalen Plattenstöße müssen systemabhängig mit Vollhölzern oder Montageleisten hinterlegt sein.
Platten mit umlaufender Nut-Feder-Verbindung werden dagegen verschnittoptimiert quer zur Unterkonstruktion, d. h. in der Regel horizontal verarbeitet. Dabei ist in Fassaden-Eckbereichen auf eine stumpfe Stirnseite zu achten (ggf. Nutwangen bzw. Feder zurückschneiden). Im Gegensatz zu Polystyrol-WDVS ist eine Verzahnung der Plattenreihen in Eckbereichen nicht vorgeschrieben.
Die Befestigungsmittel sind mindestens oberflächenbündig einzubringen.
Plattenmontage bei mineralischen Untergründen
Sowohl im Sanierungsbereich als auch bei Neubauten können für diesen Einsatzbereich zugelassene Systeme auch direkt auf den flächigen mineralischen Untergrund (Mauerwerk, Beton) aufgebracht werden. Der Untergrund kann mit oder ohne Putz ausgeführt sein.
Etwaige aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk muss vor der Systemapplikation durch geeignete Maßnahmen (Horizontalsperre im Sockelbereich, Injektionsverfahren, Abdichtung von außen mit Drainageanordnung etc.) beseitigt werden, der Einsatz der hier beschriebenen Holzfaser-WDVS darf nur auf dauerhaft trockenen Wandquerschnitten erfolgen.
Insbesondere im Sanierungsfall ist der Untergrund zunächst kritisch hinsichtlich seiner Festigkeit zu prüfen. Lose Putzschichten sind zu entfernen, ggf. ist der Untergrund durch Vorspachteln zu egalisieren. Dabei sind die zulässigen Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202 [74] zu beachten. Die Haftfestigkeit der Oberfläche kann durch das Streichen mit einem Haftvermittler verbessert werden.
Die Platten werden in der Regel zunächst mit dem sogenannten Punkt-Wulst-Verfahren auf den Untergrund geklebt und anschließend mit systemkonformen Tellerbefestigern für mineralische Untergründe mechanisch befestigt. Alternativ werden die Platten auf einer zuvor auf die mineralische Wand geschraubten Holzkonstruktion geklammert.
Für das Kleben der Holzfaserdämmplatten auf den mineralischen Untergrund wird die systemeigene Klebe- und Armierungsmasse verwendet. Sie wird in einer Wulst entlang der Plattenränder sowie in zusätzlichen Klebepunkten in der Plattenfläche aufgetragen, so dass etwa 40% der Plattenoberfläche mit dem Untergrund verklebt werden. Alternativ kann ein vollflächiger Auftrag mit Aufzahnung durch eine Zahnkelle erfolgen.
Die Platten sind planeben und pressgestoßen zu verlegen. Nach dem Austrocknen des Armierungsklebers sind die Platten mit geeigneten Tellerbefestigern unter Beachtung der angegebenen Verankerungstiefen und Verbindungsmittelabstände in dem tragenden Untergrund zu befestigen.
Spritzwasserschutz
Reicht das WDVS bis in den spritzwassergefährdeten Bereich, so ist in der Planungsphase ein ausreichender Spritzwasserschutz zu definieren. Dieser kann durch die Anordnung einer Perimeterdämmung oder durch die Anordnung einer zusätzlichen wasserabweisenden Schicht im Putzaufbau berücksichtigt werden. Die jeweiligen Systemempfehlungen der Hersteller sind hier zu beachten. Bei Holzrahmenbauten ist die Perimeterdämmung aufgrund fehlender Biegesteifigkeit durch eine biegefeste Holzwerkstoffplatte zu hinterlegen. Die Stirnseiten sind stumpf und passgenau an die darüber befindliche stumpf profilierte Holzfaserdämmplatte anzuschließen.
Grundsätzlich sollte vor der Fassade eine ausreichend breite Sauberkeitsschicht mit Drainagefunktion für das schnelle Ableiten von Oberflächenwasser vorgesehen werden.
| [74] | DIN 18202: 2005-10 Toleranzen im Hochbau – Bauwerke |
