Anwendungsbereich Boden und Decke

 

 

 

Luft- und Trittschalldämmung von Decken in Holzbauweise

Verlegung von Holzfaser-Trittschalldämmplatten als Untergrund für Estriche und Trockenestriche
Abb. 54
Verlegung eines Dämmsystems aus profilierten Holzfaserdämmplatten und Holzleisten zur Aufnahme von schwimmend verlegten Massivholzdielen
Abb. 55

Zu den Decken in Holzbauweise zählen im wesentlichen Decken mit von unten sichtbaren Deckenbalken, Balkendecken mit Unterdecke sowie Deckensysteme aus Brettstapelelementen, Hohlkastenelementen, Brettsperrholzelementen und anderen.

Holzfaserdämmstoffe finden deshalb nicht nur als trittschalldämmende Platten in Kombination mit den verschiedensten Oberböden Anwendung, sondern auch in flexibler oder loser Form als wirksame Hohlraumdämmung zwischen den Deckenbalken oder als Dämmschicht in abgehängten Unterdecken.

Die Grundlagen der Schalldämmung von Holzbalken- und Massivholzdecken werden ausführlich in den Schriften des holzbau handbuches behandelt, z. B. in Reihe 3, Teil 3, Folge 1 „Schallschutz im Holzbau – Grundlagen und Vorbemessung“ [10]. Diese Schrift enthält u.a. einen umfangreichen Bauteilkatalog von Deckenkonstruktionen sowie ausführliche Erläuterungen zu den Verfahren der bauakustischen Vorbemessung beim Luft- und Trittschall. Darüber hinaus gibt es den Bauteilkatalog in DIN 4109-33 [11], sowie bauakustische Prüfnachweise bei den Mitgliedsunternehmen, die für den rechnerischen Nachweis des Schallschutzes von Decken gemäß DIN 4109-2 [14] herangezogen werden können.

Abb. 56 | Dämmsystem aus Holzfaserdämmplatten mit Einlegeleisten für die Dielenbefestigung – Aufbau- und Schallschutzvarianten für Holzbalkendecken im selbst genutzten Wohn- und Arbeitsbereich Abb. 56 | Dämmsystem aus Holzfaserdämmplatten mit Einlegeleisten für die Dielenbefestigung – Aufbau- und Schallschutzvarianten für Holzbalkendecken im selbst genutzten Wohn- und Arbeitsbereich

Holzbalkendecken mit von unten sichtbaren Deckenbalken finden vorwiegend im selbst genutzten Wohn- und Arbeitsbereich Anwendung, da ihre Luft- und Trittschalldämmung meist nicht den Ansprüchen an Wohnungstrenndecken genügt. Dies sollte aber auch bei den Erwartungen des Bauherren an die Schalldämmung im selbst genutzten Einfamilienhaus berücksichtigt werden. Aufgrund des geringen Gewichtes der Holzbalken-Rohdecke sind spürbare Verbesserungen des Schallschutzes nur durch das Aufbringen biegeweicher Beschwerungslagen, z. B. aus trockenen Betonsteinen und -platten, Ziegeln, Lehmsteinen, schweren Schüttungen usw., auf die beplankte Balkenlage zu erzielen, wie aus den beispielhaften Aufbau- und Schallschutzvarianten in Abb. 56 deutlich hervorgeht.

Abb. 57 | Holzfaser-Trittschalldämmplatten und Rohdeckenbeschwerung unter Estrich und Holzfaserdämmstoff als Hohlraumdämmung zur Luft- und Trittschalldämmung einer Holzbalkendecken mit Unterdecke als Wohnungstrenndecke Abb. 57 | Holzfaser-Trittschalldämmplatten und Rohdeckenbeschwerung unter Estrich und Holzfaserdämmstoff als Hohlraumdämmung zur Luft- und Trittschalldämmung einer Holzbalkendecken mit Unterdecke als Wohnungstrenndecke

Holzbalkendecken mit schalltechnisch wirksamen Hohlraumdämmungen aus losen oder flexiblen Holzfaserdämmstoffen sowie Unterdecken kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn Schallschutz-Mindestanforderungen gem. DIN 4109-1 [12] zu erfüllen sind, z.B. bei Wohnungstrenndecken und Decken in Bürogebäuden, Schulen und Hotels. Wie bei den sichtbaren Holzbalkendecken werden auch hier deutliche Verbesserungen des Schallschutzes durch das Aufbringen biegeweicher Beschwerungslagen erzielt. Außerdem ist das Flächengewicht und die Art der Abhängung der Unterdeckenbekleidung von Bedeutung, wie am Beispiel in Abb. 57 zu ersehen ist.

Holzfaser-Trittschalldämmplatten kommen dabei auch unter mineralisch gebundenen Estrichen auf Zement- oder Anhydritbasis sowie unter Gussasphaltestrichen nach DIN 18560-2 [40] zur Anwendung.

Trotz ihres hohen Flächengewichtes sind aufgrund der zugleich hohen Biegesteifigkeit auch bei den flächigen Deckensystemen wie Brettschichtholz-Decken usw. schalldämmende Zusatzmaßnahmen wie schwimmend verlegte Fußböden, Beschwerungslagen und abgehängte Unterdecken erforderlich, die jedoch zum Teil andere Wirkungsgrade als bei den Holzbalkendecken aufweisen. Hierzu sind zahlreiche Konstruktionen mit Schallschutzangaben ebenfalls im Bauteilkatalog [10] aufgeführt, und es liegen entsprechende Herstellernachweise vor, wie zum Beispiel eine Schallschutzbroschüre [34], der die Konstruktion in Abb. 58 entnommen wurde.

Abb. 58 | Schalldämmwerte einer Brettschichtholz-Decke ohne Deckenauflage bzw. mit schwimmend verlegtem Trockenestrich auf Holzfaserdämmplatten für die Anwendung im selbstgenutzten Wohn- und Arbeitsbereich Abb. 58 | Schalldämmwerte einer Brettschichtholz-Decke ohne Deckenauflage bzw. mit schwimmend verlegtem Trockenestrich auf Holzfaserdämmplatten für die Anwendung im selbstgenutzten Wohn- und Arbeitsbereich

Trittschallschutz-Verbesserung von Decken in Massivbauweise

Zu den Decken in Massivbauweise zählen neben den klassischen Stahlbeton-Massivdecken auch Vollplatten aus Leichtbeton sowie Porenbeton-Deckenplatten. Darüber hinaus fallen auch Deckensysteme mit Hohlräumen unter den Begriff der Massivdecken. Dies sind zum Beispiel Stahlbetonrippendecken, Stahlbetonhohldecken, Stahlbetonbalkendecken mit Zwischenbauteilen aus Ziegel oder Leichtbeton usw.. Da die Luftschalldämmung dieser Decken in der Regel kein Problem darstellt und über das Flächengewicht bestimmt werden kann, kommt es vorrangig darauf an, mit schwimmend verlegten Deckenauflagen gute Trittschall-Verbesserungsmaße zu erzielen.

Unter Einsatz von Holzfaser-Trittschalldämmplatten, ggf. kombiniert mit Holzfaser-Wärmedämmplatten sind beispielsweise die Schallschutzanforderungen an  Wohnungstrenndecken problemlos erfüllbar. Dabei können die Fußböden sowohl in Trockenbauweise mit Estrichelementen oder Dielenböden ausgeführt werden, oder es kommen die vorgenannten Estriche nach DIN 18560-2 [40] zur Anwendung.

Abb. 59 | Schwimmende Verlegung von Estrichelementen mit unterkaschierten Holzfaserdämmplatten auf einer Massivdecke mit Ausgleichsschüttung (Trittschallverbesserung ΔL w bis 27 dB [36]) Abb. 59 | Schwimmende Verlegung von Estrichelementen mit unterkaschierten Holzfaserdämmplatten auf einer Massivdecke mit Ausgleichsschüttung (Trittschallverbesserung ΔLw bis 27 dB [36])

Neben der bauseitigen Verlegung der Dämmplatten unter Trockenestrichen können besonders rationell vorkonfektionierte Estrichelemente mit unterkaschierten Dämmplatten verarbeitet werden. Hinsichtlich der Verlegerichtlinien sowie der zulässigen Punkt- und Flächenlasten sind die jeweiligen Herstellerinformationen zu beachten.

Abb. 60 | Holzfaser-Trittschalldämmplatten unter mineralisch gebundenem Estrich mit Verbesserung der Luft- und Trittschalldämmung von Massivdecken zur Anwendung als Wohnungstrenndecke Abb. 60 | Holzfaser-Trittschalldämmplatten unter mineralisch gebundenem Estrich mit Verbesserung der Luft- und Trittschalldämmung von Massivdecken zur Anwendung als Wohnungstrenndecke

Wärmeschutz von Decken und Bodenplatten in Massivbauweise

Zu diesen Bauteilen zählen Decken zwischen beheizten und unbeheizten Räumen, wie z.B. Kellerräume, oder nach unten gegen die Außenluft, sowie Bodenplatten zwischen beheizten Räumen und dem Erdreich.

Für die Dämmschicht kommen bei dieser Anwendung ein- oder mehrlagig verlegte Holzfaserdämmplatten des Typs DEO zum Einsatz, auf denen Estriche, Trockenestriche oder Dielensysteme wie zuvor beschrieben schwimmend verlegt werden. Aufgrund der größeren Dämmschichtdicken sind je nach Nutzungskategorie (siehe Abb. 68) und Art des Oberbodens hierfür Dämmplatten mit entsprechend hoher Druckfestigkeit einzusetzen.  Hersteller- und produktspezifisch kann man grob zwischen a) druckbelastbaren Dämmplatten mit 50 – 100 kPa, b) hoch druckbelastbaren Dämmplatten mit 100 – 150 kPa und c) sehr hoch druckbelastbaren Dämmplatten mit über 150 kPa Druckspannung bei 10% Stauchung unterscheiden.

Da sich bei Holzfaserdämmplatten mit zunehmender Druckfestigkeit nicht nur die Rohdichte, sondern auch die Wärmeleitfähigkeit erhöht, sind in Abb. 61 die Bauteil-U-Werte für drei verschiedene Plattentypen mit beispielhaften Wärmeleitfähigkeiten angegeben. Außerdem wird zwischen Kellerdecken über nicht beheizten Kellerräumen und nicht unterkellerten Bodenplatten gegen Erdreich differenziert. Der orientierende U-Wert für diese Bauteile wird beim GEG-Referenzgebäude [21] für neu zu errichtende, beheizte Wohngebäude mit 0,35 W/(m² K) angegeben. Handelt es sich um Geschossdecken gegen die Außenluft, z.B. Decken über offenen Durchfahrten, beträgt der Referenz-U-Wert 0,28 W/(m² K).

Abb. 61 | Holzfaserdämmplatten zur Wärmedämmung von Kellerdecken und Bodenplatten; Dämmvarianten mit Dämmplatten unterschiedlicher Druckfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit Abb. 61 | Holzfaserdämmplatten zur Wärmedämmung von Kellerdecken und Bodenplatten; Dämmvarianten mit Dämmplatten unterschiedlicher Druckfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit

Wärmeschutz der obersten Geschossdecke

Zu diesen Decken zählen sowohl die Decken zu begehbaren, aber nicht beheizten Dachgeschossen als auch die Decken zu nicht begehbaren Spitzböden, auch wenn diese zugänglich sind. Die Anwendung von Holzfaserdämmstoffen kann als Dämmauflage auf einer Massivdecke oder oberseitig beplankten Holzbalkendecke bzw. Kehlbalkenlage erfolgen, oder die Dämmschicht wird als Gefachdämmung zwischen die Balken oder Träger eingebracht.

Abb. 62 | Holzfaserdämmplatten zur Wärmedämmung von obersten Geschossdecken; Dämmauflage auf Massivdecke Abb. 62 | Holzfaserdämmplatten zur Wärmedämmung von obersten Geschossdecken; Dämmauflage auf Massivdecke

Soll der Dachraum als Abstellfläche genutzt werden, sind bei der Ausführungsvariante als Dämmauflage Dämmplatten mit ausreichender Druckfestigkeit zu verwenden sowie eine begehbare Dämmschichtabdeckung zu verlegen. Die Belastbarkeit der Tragkonstruktion ist zu berücksichtigen.

Der orientierende U-Wert für dieses Bauteil wird beim GEG-Referenzgebäude [21] für neu zu errichtende, beheizte Wohngebäude mit 0,20 W/(m² K) angegeben. Dies gilt gleichermaßen für Dämmauflagen wie für Gefachdämmungen. Darüber hinaus können mit Holzfaser gedämmte Decken auch die deutlich strengeren Anforderungen der KfW-Effizienzhäuser 55 und 40 sowie des Passivhaus-Standards erfüllt werden. Die orientierenden U-Werte hierfür sind in den Tabellen der Abb. 63 und 65 entsprechend hervorgehoben.

Bei der Sanierung von Bestandsgebäuden ist gemäß GEG [21] ein Bauteil-U-Wert von höchstens 0,24 W/(m² K) einzuhalten, sofern nicht die Ausnahmeregelung für vorhandene Deckenhohlräume greift. In diesem Fall bietet das GEG [21] die Ausnahme an, dass ein vollständiges Auffüllen z.B. mit Einblasdämmstoffen mit λ 0,045 W/(m K) ausreichend ist. Hierfür kommen lose Holzfaserdämmstoffe in Betracht, die mit professioneller Maschinentechnik verarbeitet werden. Bei frei zugänglichen Balkenzwischenräumen können dagegen flexible Holzfaserdämmplatten auch in Eigenleistung verarbeitet werden.

Abb. 63 | Holzfaserdämmplatten zur Wärmedämmung von obersten Geschossdecken; Dämmauflage auf Massiv- oder Holzbalkendecken, optional mit begehbarer oder nicht begehbarer Abdeckung Abb. 63 | Holzfaserdämmplatten zur Wärmedämmung von obersten Geschossdecken; Dämmauflage auf Massiv- oder Holzbalkendecken, optional mit begehbarer oder nicht begehbarer Abdeckung Abb. 64 | Flexibler Holzfaserdämmstoff als passgenaue Gefachdämmung einer obersten Geschossdecke Abb. 64 | Flexibler Holzfaserdämmstoff als passgenaue Gefachdämmung einer obersten Geschossdecke

Die Gefachdämmung zwischen Holzbalken oder Trägern mit unterseitiger Deckenbekleidung  kann mit flexiblen oder losen Holzfaserdämmstoffen gleichermaßen ausgeführt werden. Dabei können beide Dämmstofftypen prinzipiell auch offenliegend verbleiben.  Es wird jedoch die Verlegung einer Dämmschichtabdeckung empfohlen, um die Dämmung vor Verschmutzung und Beschädigung zu schützen. Dabei kann diese Abdeckung begehbar (z. B. aus Holzwerkstoffplatten oder Dielenbrettern) oder nicht begehbar (z.B. aus dünnen Holzfaserplatten oder Abdeckbahnen) sein. Wird loser Holzfaserdämmstoff mit definierter Rohdichte in vorhandene Deckenhohlräume eingeblasen, so ist diese Dämmschicht dauerhaft setzungssicher. Wird der Dämmstoff jedoch lose aufgeblasen, so ist gemäß den Festlegungen in den ETAs eine setzungsbedingte Abminderung des Wärmedurchlasswiderstandes um 20% zu berücksichtigt.

Wird die Dämmschicht abgedeckt, ist je nach Diffusionswiderstand der Abdeckung eine entsprechend dimensionierte warmseitige Dampfbrems- und Luftdichtbahn anzuordnen. Ein Tauwasserschutznachweis gemäß DIN 4108-3 [29] ist zu führen, da oberste Geschossdecken nicht zu den nachweisfreien Bauteilen in dieser Norm zählen. Diese Holzbalkendecken können jedoch hinsichtlich des Holzschutzes nachweisfrei in die Gefährdungsklasse 0 (GK 0) eingestuft werden, wenn die in DIN 68800-2 [53] genannten Randbedingungen eingehalten werden.

Abb. 65 | Holzfaserdämmstoffe zur Wärmedämmung von obersten Geschossdecken; Gefachdämmung zwischen Balken oder Trägern, optional mit begehbarer oder nicht begehbarer Abdeckung Abb. 65 | Holzfaserdämmstoffe zur Wärmedämmung von obersten Geschossdecken; Gefachdämmung zwischen Balken oder Trägern, optional mit begehbarer oder nicht begehbarer Abdeckung

Wie bei allen Bauteilen der Gebäudehülle sind auch die obersten Decken einschließlich aller Anschlüsse und Durchdringungen zu unbeheizten Dachgeschossen bzw. Spitzböden luftdicht auszuführen. Die Anforderungen an die Einhaltung der Luftdichtheit sind in DIN 4108-7 [09] festgelegt. Diese Norm gibt Planungs- und Ausführungsempfehlungen und zeigt Ausführungsbeispiele, einschließlich geeigneter Bauprodukte, die die Umsetzung einer dauerhaften Luftdichtheit von beheizten oder klimatisierten Gebäuden und Gebäudeteilen ermöglichen.

Altbausanierung

Die unter „Boden und Decke“ dargestellten Anwendungen von Holzfaserdämmstoffen sind grundsätzlich auch bei der energetischen und/oder bauakustischen Sanierung von Böden und Decken im Bestand anwendbar. Hier ist allerdings stets der Zustand der vorhandenen Bausubstanz zu prüfen. Insbesondere ist die Tragfähigkeit von Deckenbalken, Dielenböden, Deckeneinschüben und ggf. Unterdecken von Geschossdecken zu beachten, da die neuen Bauteilschichten oft zusätzliches Flächengewicht aufbringen und bei einer geänderten Nutzung der Räume ggf. höhere Verkehrslasten zu berücksichtigen sind.

Verbesserung des Schallschutzes

Der Variantenreichtum an Geschossdecken bei Bestandsbauten ist enorm, sodass für eine bauakustische Sanierung stets individuelle Lösungen erarbeitet werden müssen.

So können Verbesserungen an Massivdecken mit neuen schwimmend verlegten Estrichen bzw. Trockenestrichen, und/oder mit zusätzlichen, gedämmten Unterdecken erzielt werden.

Bei historischen Holzbalkendecken kann eine Sanierung ebenso von oben, von unten sowie von beiden Seiten erfolgen. Und wie bei Holzdecken im Neubau gilt auch hier, dass wirksame Verbesserungen des Schallschutzes durch drei wesentliche Maßnahmen erreicht werden:

Schwimmend verlegte Oberböden, Erhöhung des Flächengewichtes auf oder in der Decke und Entkopplung der Unterdecke.

In Abb. 66 sind diese Maßnahmen und ihre bauakustischen Wirkungen an einem Beispiel dargestellt, welches dem umfangreichen Forschungsvorhaben „Holzbalkendecken in der Altbausanierung“ [43] entnommen wurde.

Abb. 66 | Beispiele aus einem Forschungsvorhaben [43] für die schalltechnische Ertüchtigung von historischen Holzbalkendecken Abb. 66 | Beispiele aus einem Forschungsvorhaben [43] für die schalltechnische Ertüchtigung von historischen Holzbalkendecken

Verbesserung des Wärmeschutzes

Für die energetische Sanierung kommen Decken zu unbeheizten Kellerräumen oder nach unten gegen die Außenluft in Betracht, sowie Bodenplatten von beheizten Räumen gegen Erdreich. Für oberste Geschossdecken gelten die Ausführungen im vorherigen Abschnitt sinngemäß, wobei auch bei der Sanierung besonderes Augenmerk auf die Luftdichtheit zu legen ist. Für eine Vielzahl von zum Teil historischen Konstruktionen bieten die Mitgliedsunternehmen passende Lösungsvorschläge an oder beraten individuell.

Beispielhaft ist in Abb. 67 eine Gewölbe- bzw. Kappendecke als Kellerdecke dargestellt. Bei gleicher Aufbauhöhe und mit einem erneuerten Fußboden aus Holzdielen wird durch das Dämmsystem aus druckfesten Holzfaserdämmplatten und profilierten Holzleisten eine spürbare Verbesserung des Wärmeschutzes und der Behaglichkeit erzielt.

Bei einem derartigen Ersatz des Fußbodens wird der zulässige U-Wert durch das GEG [21] auf 0,50 W/(m² K) begrenzt, was bereits mit einer nur 60 mm dicken Dämmschicht erreicht wird.

Abb. 67 | Energetische Sanierung einer Kellerdecke mit einem Dämmsystem aus Holzfaserdämmplatten und profilierten Holzleisten zur Aufnahme eines neuen Dielenfußbodens Abb. 67 | Energetische Sanierung einer Kellerdecke mit einem Dämmsystem aus Holzfaserdämmplatten und profilierten Holzleisten zur Aufnahme eines neuen Dielenfußbodens

Nachträglich eingebaute Dämmschichten auf nicht unterkellerten Bodenplatten sind dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen, indem zuvor eine fachgerechte Bauwerksabdichtung auf dem Untergrund aufgebracht wird.

Nutzungskategorien von Decken und Belastbarkeit von Fußbodenaufbauten

Die Nutzlast bezeichnet im Bauwesen eine veränderliche oder bewegliche Einwirkung auf ein Bauteil, zum Beispiel infolge von Personen, Einrichtungsgegenständen, Lagerstoffen, Maschinen oder Fahrzeugen. Die Rechenwerte der gleichmäßig verteilten Nutzlasten sind entsprechend der Einteilung der Nutzungsflächen nach Nutzungskategorien normativ festgelegt [39]. Damit werden langfristige Lasten, wie ruhendes Mobiliar, und kurzfristige Lasten, wie gestapelte Güter oder außergewöhnliche Personenkonzentrationen, sowie normale Maschinenlasten erfasst.

Umfangreiche Zusammenstellungen von Fußbodenaufbauten mit ausgewiesenen „Anwendungsbereichen“, die sich an den Nutzungskategorien nach DIN EN 1991-1-1/NA [39] orientieren, werden von den Mitgliedsunternehmen (zum Beispiel [35] [41]) oder auch Anbietern von Bodensystemen (zum Beispiel [36]) zur Verfügung gestellt. Da sich diese „Anwendungsbereiche“ allein auf die Belastbarkeit der Fußbodenaufbauten beziehen, ist bei Geschossdecken die Belastbarkeit der Tragwerke, d.h. der Rohdecken, gesondert zu berücksichtigen.

Abb. 68 | Nutzungskategorien – lotrechte Nutzlasten für Decken, Flure und Balkone; Auszug aus DIN EN 1991-1-1/NA, Tabelle 6.1 DE [39] Abb. 68 | Nutzungskategorien – lotrechte Nutzlasten für Decken, Flure und Balkone; Auszug aus DIN EN 1991-1-1/NA, Tabelle 6.1 DE [39]

BILDNACHWEIS

Dipl.-Ing. F. Förster
Abb. 56, 57, 58, 60, 61 (Grafik), 63, 65, 66, 67

James Hardie Europe GmbH
Abb. 59

Leo Forte
Abb. 64

Soprema GmbH NL Leutkirch
Abb. 55

Soprema GmbH NL Leutkirch
Abb. 1-4, 23, 37b

Steico SE
Abb. 54, 62

vdnr e.V.
Abb. 61 (Tabellen), 68

[09] DIN 4108-7: 2011-01  Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele
[10] Informationsdienst Holz: Schallschutz im Holzbau – Grundlagen und Vorbemessung, holzbau handbuch Reihe 3, Teil 3, Folge 1; 03-2019
[10a] Informationsdienst Holz: Schallschutz im Holzbau – Grundlagen und Vorbemessung, holzbau handbuch Reihe 3, Teil 3, Folge 1 / Bauteilkatalog: Tabelle 25, Zeile 11
[10b] Informationsdienst Holz: Schallschutz im Holzbau – Grundlagen und Vorbemessung, holzbau handbuch Reihe 3, Teil 3, Folge 1 / Bauteilkatalog: Tabelle 25, Zeilen 15 und 16
[11] DIN 4109-33:2016-07  Schallschutz im Hochbau – Teil 33: Daten für die rechnerischen Nachweise des Schallschutzes (Bauteilkatalog) – Holz-, Leicht- und Trockenbau
[12] DIN 4109-1:2018-01  Schallschutz im Hochbau – Teil 1: Mindestanforderungen
[13] DIN 4109-5:2019-05 – Entwurf  Schallschutz im Hochbau – Teil 5: Erhöhte Anforderungen
[14] DIN 4109-2:2018-01  Schallschutz im Hochbau – Teil 2: Rechnerische Nachweise der Erfüllung der Anforderungen
[14a] DIN 4109-2:2018-01  Schallschutz im Hochbau – Teil 2: Rechnerische Nachweise der Erfüllung der Anforderungen; Rechenverfahren gem. Abs. 4.2.4 und 4.3.3.1.1 sowie den Beispielbedingungen gem. Abs. D.2.3 und D.3.3
[14b] DIN 4109-2:2018-01  Schallschutz im Hochbau – Teil 2: Rechnerische Nachweise der Erfüllung der Anforderungen; Rechenbeispiel gem. Abs. D.2.1 und D.3.1
[21] BMWi / BMU: Gesetzt zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz – GEG); 08-2020  (ersetzt ab 01.11.2020 EnEV sowie EnEG und EEWärmeG)
[29] DIN 4108-3:2018-10  Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz - Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise
[34] Holzwerk Gebr. Schneider GmbH: Broschüre Schallschutz mit best wood SCHNEIDER Deckensystemen; 12-2019
[35] Steico SE: Planungsheft – Geschossdecke / Bodensysteme; 07-2019
[36] James Hardie Europe GmbH: Fermacell-Bodensysteme – Planung und Verarbeitung; 11-2019
[37] James Hardie Europe GmbH, Fermacell-Wabenschüttung, 2 x 30 mm oder 1 x 60 mm
[39] DIN EN 1991-1-1/NA:2010-12  Nationaler Anhang – National festgelegte Parameter – Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke – Teil 1-1: Allgemeine Einwirkungen auf Tragwerke – Wichten, Eigengewichte und Nutzlastung im Hochbau
[40] DIN 18560-2:2009-09  Estriche im Bauwesen – Teil 2: Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche)
[41] Soprema GmbH: Pavatex Technik für den Profi – Boden; 10-2017
[42] DIN 4109-34:2016-07  Schallschutz im Hochbau – Teil 34: Daten für die rechnerischen Nachweise des Schallschutzes (Bauteilkatalog) – Vorsatzkonstruktionen vor massiven Bauteilen
[43] ift Rosenheim GmbH: DGfH-Forschungsvorhaben Holzbalkendecken in der Altbausanierung; 01-2008
[53] DIN 68800-2:2012-02  Holzschutz – Teil 2: Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau
[56] DIN 18533-1/-2/-3:2017-07  Abdichtung von erdberührten Bauteilen - Teil 1, 2 und 3
[68] DIN EN ISO 6946:2018-03  Bauteile - Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient - Berechnungsverfahren (ISO 6946:2017); Deutsche Fassung EN ISO 6946:2017